Aufgaben und Philosophie

Aufgaben und Philosophie

Projekt zur "Charakterisierung des Erregers des Echten Mehltaus am Apfel in Bezug auf Fungizidresistenz und Virulenz"

Am 01.01.2010 wurde das 3-jährige Projekt ?Charakterisierung des Erregers des Echten Mehltaus am Apfel in Bezug auf Fungizidresisitenz und Virulenz? in enger Zusammenarbeit mit der Martin-Luther-Universität Halle und dem LfULG gestartet. 

Zielstellung

Der Apfelmehltau Podosphaera leucotricha verursacht im Apfelanbau weltweit erhebliche Ertragseinbußen.  Befall mit Apfelmehltau führt zur Schwächung der Bäume und zu Ertragsverlusten. Symptome an Früchten verursachen einen massiven Qualitätsverlust.

Vor dem Hintergrund möglicher klimatischer Veränderungen wird die Bedeutung des  Echten Mehltaus am Apfel  in Deutschland weiter zunehmen. Besonders betroffen dürften die sächsischen  Obstanbaugebiete sein, da insbesondere für diese Region deutlich trockenere und wärmere Sommer prognostiziert werden.

Das vorgeschlagene Projekt  hat als Zielstellung die Analyse der  Effektivität der Anwendung von Pflanzenschutzmittel gegen den Echten Mehltau beim Apfel (Podosphaera leucotricha). In den letzten Jahren hat der Mehltaubefallsdruck  in den sächsischen Apfelanlagen trotz verstärkter Pflanzenschutzmassnahmen stark zugenommen. Die Ursachen hierfür sind nicht geklärt, werden u.a. in der Anpassung der Erregerpopulation vermutet.

Zwei Hauptziele werden verfolgt:

  1. Die Bewertung des Potentials und des Grades der Resistenzbildung des Erregers gegenüber den in der Obstbaupraxis eingesetzten Fungiziden soll eine gezieltere Verwendung von Fungiziden ermöglichen
  2. Die Analyse des derzeitigen Einsatzes soll einen Beitrag zur Optimierung des Einsatzes von chemischen Pflanzenschutzmitteln im Obstbau insbesondere gegen Apfelmehltau liefern

 Ziel des 1. Versuchsjahres war es, die Planung der Versuche sowohl im Feld wie auch im Labor vorzunehmen und erste Versuche durchzuführen bzw. entsprechende Methoden zu entwickeln. Folgende Versuche und Beobachtungen wurden im 1. Versuchsjahr durchgeführt:

- Ermittlung der Ausgangssituation in ausgewählten Anlagen im Raum Sachsen und Vergleichsanlagen in Sachsenanhalt

- erste Feldversuche mit dem Versuchsfaktor Applikationstechnik und Primärinokulation/Baumschnitt (Ort: Saida, Sorte: Idared, Firma: Obstfarm Pietsch Winkler und Obsthof Röhrsdorf Georg Beck)

- erste Feldversuche mit dem Versuchsfaktor Baumschitt (Ort: Saida, Sorte: Idared, Firma: Obstfarm Pietzsch/Winkler)

- erste Feldversuche mit dem Versuchsfaktor Wasseraufwandmenge/ha  (Ort: Pirna, Sorte: Pinova, Firma: Obstbau Ebenheit Griesbach/Wedler GbR)

- erste Feldversuche mit dem Versuchsfaktor tageszeitabhängige Blattfeuchte (Ort:Borthen, Sorte: Idared, Firma: Obsthof Borthen/Gorknitz)

- erste Feldversuche mit dem Versuchsfaktor Spritzfolge (Ort: Höhnstedt (Sachsenanhalt), Sorte: Idared, Firma: Obstproduktion Höhnstedt GmbH)

- Etablierung eines in vitro Fungizidsensitivitätstests (Ort: Labor Halle)

- Etablierung eines HPLC (High-performance liquid chromatography) gestützten Verfahrens zur Messung der Fungizidkonzentration in Blättern (Ort: Labor Halle)

- erste Untersuchungen zur molekularen Charakterisierung des Azol Target-Gens

Hierzu wurden im Juli-, August (zweite Bonitur gemäß EPPO) sowie im Januar des Folgejahres (2011) Boniturwerte erhoben. Diese Daten wurden statistisch ausgewertet. Es zeichnet sich ab, das eine Mittelwirksamkeit momentan noch gegeben ist (Feldversuch mit dem Versuchsfaktor Spritzfolge; in vitro Fungizidsensitivitätstests), ein Grund für die Minderwirkung der Präparate jedoch eher in der Intensität des Baumschnitts zu finden ist (Feldversuch mit dem Versuchsfaktor Baumschnitt). Einen Einfluss der Spritztechnik kann zu diesem Zeitpunkt weder ausgeschlossen noch bestätigt werden (Feldversuch mit dem Versuchsfaktor Applikationstechnik; HPLC gestütztes Verfahrens zur Messung der Fungizidkonzentration). Einen weiteren Faktor finden wir im Befallsdruck (Ermittlung der Ausgangssituation), welcher zum Teil wieder auf die Art des Baumschnitts zurückgeführt werden kann. Ein Einfluss weiterer Faktoren wie tageszeitabhängige Blattfeuchte oder Wasseraufwandmenge/ha  konnte bisher noch nicht aufgezeigt werden. Die Versuche werden weiter geführt.

Das Projekt wird durch den Freistaat Sachsen nach der ?Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft für die Förderung von besonderen Initiativen zur Entwiclung der Land- und Forstwirtschaft, des ländlichen Raumes sowie des Umwelt- und Naturschutzes zur Minderung der Belastung durch Umwelteinwirkungen, der Imkerei sowie von Berufsbildungsmaßnahmen der Land, Forst- und Hauswirtschaft im Freistaat Sachsen? gefördert

Der Abschlußbericht kann in der Veröffentlichungsdatenbank des LfULG eingesehen werden.

https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/12171

Projekt zur "Verbesserung der Lagerqualität von Äpfeln" ist abgeschlossen

Eine der Aufgaben der Erzeugerorganisation Dresdener Obst e. G. besteht darin, die Wettbewerbsfähigkeit sächsischer Obsterzeuger zu verbessern. Durch einen zunehmenden Konkurrenzdruck auf dem Markt steigen u. a. die Anforderungen an die Qualität und die zeitliche Verfügbarkeit von Äpfeln. Daher wurde ein Projekt zur ?Verbesserung der Lagerqualität von Äpfeln? initiiert, welches durch den Freistaat Sachsen nach der ?Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft für die Förderung von besonderen Initiativen zur Entwicklung der Land- und Forstwirtschaft, des ländlichen Raumes sowie des Umwelt- und Naturschutzes zur Minderung der Belastung durch Umwelteinwirkungen, der Imkerei sowie von Berufsbildungsmaßnahmen der Land, Forst- und Hauswirtschaft im Freistaat Sachsen? gefördert wird.

Als derzeitiges Standardverfahren für die Lagerung von Äpfeln gilt die ULO-Lagerung. Diese Lagermethode bewirkt durch ein Absenkung der Temperatur und der Einstellung einer konstanten Atmosphäre mit, im Vergleich zur Normalatmosphäre, verringerten Sauerstoff- (1,0-1,5 %) und erhöhten Kohlendioxidwerten (1,0-2,5 %) eine Verlangsamung des Reifeprozesses der Äpfel. Durch den Einsatz neuer Lagerverfahren ist es jedoch möglich, eine noch stärkere Reifeverzögerung zu erzielen und somit länger Früchte mit einer hohen Qualität anbieten zu können.

Für das durchzuführende Projekt wurden zwei der neuen Verfahren - DCA-Lagerung und Lagerung unter Reduktion des Reifehormons Ethylen - ausgewählt, die hinsichtlich des Qualitätserhalts der Äpfel, aber auch in Bezug auf ihr Kosten-Nutzen-Verhältnis untersucht und mit der ULO-Lagerung verglichen werden sollen.

Bei der DCA-Lagerung wird die Sauerstoffkonzentration der Lageratmosphäre noch stärker verringert als bei der ULO-Lagerung. Die Werte werden hier bis knapp über den so genannten anaeroben Umkehrpunkt (bei ca. 0,3-0,6 % O2 ? in Abhängigkeit von Sorte, Reife, ?) gesenkt, an welchem es zu Gärprozessen kommen würde. Dadurch wird der Stoffwechsel der Früchte und somit ihre Reife weiter verlangsamt.

Die Atmosphäre auf so niedrigen Sauerstoffwerten zu halten, ohne dabei ein Ansteigen der Kohlendioxidwerte zuzulassen, stellt erhöhte Anforderungen an die Technik. Außerdem werden spezielle Fluoreszenz-Sensoren benötigt, die Stresssignale, die von den Früchten bei zu geringen Sauerstoffkonzentrationen abgegeben werden, erfassen. Bei Feststellung von Stresssymptomen muss eine Anpassung der Sauerstoffwerte erfolgen.

Somit entstehen im Vergleich zur ULO-Lagerung zusätzliche Investitionskosten für eine bessere CA-Technik sowie die Fluoreszenz-Sensoren. Auch der Kontrollaufwand ist höher und vermutlich ist mit steigenden Energiekosten zu rechnen.

Bei dem zweiten zu untersuchenden Verfahren soll das Phytohormon Ethylen, welches maßgeblich für die Reife der Früchte verantwortlich ist, aus der Lageratmosphäre entfernt werden. Dies kann u. a. durch die Verbrennung des Gases bei ca. 250 °C erfolgen, bei ansonsten unveränderten ULO-Bedingungen. Zu klären ist, wie stark dabei der Reifeprozess verzögert werden kann.

Zusätzliche Kosten entstehen bei diesem Verfahren für den Ethylenkonverter und auch hier werden voraussichtlich höhere Energiekosten anfallen.

Ziel ist es, aus den gewonnenen Ergebnissen Empfehlungen für die Lagerung von Äpfeln in Sachsen abzuleiten. Das Projekt wurde Ende 2012 abgeschlossen.

Der Bericht hierzu kann in der Veröffentlichungsdatenbank des LfULG eingesehen werden:

https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/18530